SDR-Onboarding: der 30-60-90-Tage-Plan

Wer einen neuen SDR ab Tag zwei ans Telefon setzt, bringt ihm vor allem eines bei: wie man Absagen sammelt. So strukturierst du die ersten drei Monate, damit aus dem Neuen schnell ein verlässlicher Terminlieferant wird. Und damit du früh merkst, ob die Einstellung passt.

Vor Tag 1: was bereitstehen muss

Die meisten Einarbeitungen verlieren die erste Woche, weil Zugänge fehlen und niemand weiß, was der Neue eigentlich tun soll. Kläre vorher:

Tag 1 bis 30: verstehen und üben

Ziel: Der SDR kann dein Angebot in zwei Sätzen erklären, kennt die Zielkunden und führt erste echte Gespräche mit Begleitung.

WocheSchwerpunktErgebnis am Ende der Woche
1Produkt, Markt, Kunden. Mit dem Account Executive bei Kundengesprächen zuhören.Angebot in zwei Sätzen, fünf Kundengeschichten kennen
2Zielkunden-Recherche, CRM, Werkzeuge. Erste eigene Liste aufbauen.50 recherchierte Kontakte mit Kaufsignal
3Gesprächsleitfaden, Rollenspiele, erste Anrufe mit Mithören.Erste echte Gespräche, Feedback zu jedem Gespräch
4E-Mail- und LinkedIn-Sequenzen, Einwände.Erste Sequenz läuft, erster Termin angestrebt

Tag 31 bis 60: selbstständig arbeiten

Ziel: Der SDR arbeitet seinen Tag selbst ab, hält ein festes Aktivitätsniveau und liefert die ersten qualifizierten Termine.

Tag 61 bis 90: Tempo und Verlässlichkeit

Ziel: Volles Aktivitätsniveau, verlässliche Terminqualität, eigene Ideen für Zielgruppen und Ansprache.

Die drei Standortbestimmungen

Am Ende jeder Phase steht ein strukturiertes Gespräch anhand derselben Kriterien. So siehst du die Entwicklung und nicht nur eine Momentaufnahme:

KriteriumTag 30Tag 60Tag 90
Wissen über Angebot und Zielkundensichersicherbringt eigene Ideen ein
Aktivität im Verhältnis zum Teamzielim Aufbauetwa die Hälfteauf Zielniveau
Gesprächsqualitätmit Leitfadenfreier, Einwände sichersouverän
Qualifizierte Termineersteregelmäßigauf Zielniveau
Umgang mit WerkzeugenGrundlagenroutinierteffizient

Zeig deinem SDR dieselbe Auswertung, die du selbst siehst. Das ist fair, schafft Klarheit und ist die beste Grundlage für eine Entscheidung vor Ende der Probezeit, in beide Richtungen.

Fünf häufige Fehler

  1. Zu früh ans Telefon: Ohne Wissen über Kunden und Angebot verbrennt der SDR deine besten Kontakte.
  2. Kein definierter Termin: Wenn unklar ist, was ein guter Termin ist, misst jeder etwas anderes.
  3. Nur Aktivität messen: Viele Anrufe sind kein Erfolg, wenn keine Termine daraus entstehen.
  4. Kein Feedback auf Gespräche: Wer nie zugehört wird, wiederholt seine Fehler hundertfach.
  5. Entscheidung aufschieben: Wer erst im letzten Monat der Probezeit hinschaut, hat keine Zeit mehr zum Gegensteuern.

Checkliste für die Teamleitung

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